Ratgeber · Bewertungen

Mehr Google-Bewertungen sammeln Was erlaubt ist, was verboten ist und wie du richtig antwortest

Bewertungen sind für viele Kunden das wichtigste Entscheidungskriterium. So kommst du zu mehr echten Rezensionen – ohne gegen die Regeln von Google zu verstossen.

Von Richi25. September 20269 Min. Lesezeit
Kurz gesagt
  • Laut Google können mehr Bewertungen und positive Bewertungen dein lokales Ranking verbessern.
  • Frage alle Kundinnen und Kunden neutral nach ihrer Meinung – am besten direkt nach einem gelungenen Auftrag, per Link oder QR-Code.
  • Verboten sind unter anderem Belohnungen, das gezielte Fragen nur zufriedener Kunden, Druck vor Ort und seit April 2026 auch Vorgaben zum Inhalt, etwa Mitarbeiternamen.
  • Antworte auf jede Bewertung – auch und gerade auf negative.

Stell dir vor, du suchst einen neuen Garagisten. Zwei Betriebe liegen gleich weit entfernt: Der eine hat drei Bewertungen, der andere sechzig – mit freundlichen Antworten des Inhabers. Bei welchem rufst du an? Bewertungen sind digitale Mundpropaganda. Und das Beste: Sie helfen nicht nur neuen Kunden bei der Entscheidung, sondern auch dir bei Google.

Warum Bewertungen so wichtig sind

Google berücksichtigt für die lokale Suche unter anderem die Bekanntheit eines Betriebs. Laut Google können mehr Bewertungen und positive Bewertungen die lokale Platzierung verbessern. Gleichzeitig sind Bewertungen ein Vertrauenssignal: Sie zeigen, dass echte Menschen gute Erfahrungen mit dir gemacht haben.

Dabei zählt nicht nur die Anzahl. Aktuelle Bewertungen zeigen, dass dein Betrieb aktiv ist, und ausführliche Bewertungen beantworten Fragen, die sich neue Kunden stellen. Deshalb lohnt es sich, kontinuierlich um Bewertungen zu bitten – statt einmal eine grosse Aktion zu machen.

Der richtige Zeitpunkt

Die meisten zufriedenen Kunden würden gerne eine Bewertung schreiben – sie denken nur nicht daran. Frage deshalb dann, wenn die Freude am grössten ist:

  • direkt nach Abschluss eines Auftrags oder nach der Übergabe,
  • wenn sich jemand bei dir bedankt oder dich lobt,
  • mit der Schlussrechnung oder einer kurzen Abschluss-Mail,
  • einige Tage nach dem Kauf, wenn das Produkt im Einsatz ist.

So bittest du um eine Bewertung

Je einfacher es ist, desto mehr Bewertungen bekommst du. In deinem Google-Unternehmensprofil findest du einen Link zum Teilen, der direkt zum Bewertungsformular führt. Diesen Link kannst du überall einsetzen:

  • Per E-Mail oder WhatsApp als persönliche Nachricht nach dem Auftrag.
  • Als QR-Code auf Visitenkarten, Rechnungen, Flyern oder einem kleinen Aufsteller am Empfang.
  • In der E-Mail-Signatur mit einem kurzen Satz wie «Zufrieden mit uns? Wir freuen uns über deine Bewertung.»
  • Auf deiner Website, zum Beispiel auf der Danke-Seite nach einer Anfrage.

Wichtig: Frage alle Kundinnen und Kunden gleich – nicht nur jene, bei denen du eine gute Bewertung erwartest. Warum, erfährst du weiter unten.

Vorlage für deine Anfrage

Eine persönliche, kurze Nachricht wirkt am besten. Du kannst diese Vorlage anpassen:

Hallo Frau Muster Vielen Dank für Ihren Auftrag – es hat uns Freude gemacht, für Sie zu arbeiten. Wir sind ein kleiner Betrieb und freuen uns sehr über ehrliches Feedback. Wenn Sie zwei Minuten Zeit haben, würden wir uns über eine Bewertung auf Google freuen: [Link zu deinem Bewertungsformular] Herzliche Grüsse Ihr Name

Beachte: Die Anfrage bittet um ehrliches Feedback und gibt keinen Inhalt vor. Genau so soll es sein.

Was Google ausdrücklich verbietet

Google hat seine Richtlinien zu Bewertungen im April 2026 verschärft und ergänzt. Wer dagegen verstösst, riskiert, dass Bewertungen entfernt werden und das Profil eingeschränkt wird. Die wichtigsten Regeln im Überblick:

Verboten
  • Belohnungen für Bewertungen – etwa Rabatte, Gutscheine, Geschenke oder Geld.
  • Nur Kunden fragen, von denen du eine positive Bewertung erwartest («Review Gating»).
  • Kunden vor Ort zu einer Bewertung drängen oder sie am eigenen Gerät bewerten lassen.
  • Vorgeben, was in der Bewertung stehen soll – zum Beispiel den Namen eines Mitarbeiters.
  • Mitarbeitenden Quoten vorgeben, wie viele Bewertungen sie pro Zeitraum sammeln müssen.
  • Gekaufte, gefälschte oder selbst geschriebene Bewertungen.
Erlaubt
  • Alle Kunden neutral um ihre ehrliche Meinung bitten.
  • Link oder QR-Code auf Rechnung, Visitenkarte, Website oder in einer Mail teilen.
  • Automatische Anfragen nach Abschluss eines Auftrags, sofern alle sie erhalten.
  • Offen formulierte Bitte durch Mitarbeitende, ohne Inhalt vorzugeben.
  • Professionell auf alle Bewertungen antworten.

Die Faustregel: Google schränkt ein, wie, wen und worum du bittest. Solange du alle Kunden fair und ohne Gegenleistung um ihre ehrliche Meinung fragst, bist du auf der sicheren Seite.

Richtig auf Bewertungen antworten

Google empfiehlt ausdrücklich, auf Bewertungen zu antworten – das zeige, dass du das Feedback deiner Kunden schätzt. Deine Antworten lesen aber vor allem zukünftige Kunden mit. Sie zeigen, wie du mit Menschen umgehst.

Auf positive Bewertungen

Bedanke dich persönlich und nimm Bezug auf den Inhalt. Vermeide Standardfloskeln, die unter jeder Bewertung gleich stehen.

Vielen Dank, Herr Meier! Schön, dass Ihnen die neue Küche so gut gefällt. Wir wünschen Ihnen viele gemütliche Abende darin – und stehen gerne bereit, wenn Sie wieder etwas brauchen.

Auf negative Bewertungen

Atme durch und antworte nicht im Ärger. Eine gute Antwort ist sachlich, freundlich und lösungsorientiert:

  1. Bedanke dich für das Feedback.
  2. Entschuldige dich für die schlechte Erfahrung, ohne dich zu rechtfertigen.
  3. Erkläre kurz, falls es ein Missverständnis gab – ohne Details oder persönliche Daten.
  4. Biete an, die Sache direkt zu klären, zum Beispiel per Telefon oder E-Mail.
Vielen Dank für Ihre offene Rückmeldung. Es tut uns leid, dass die Lieferung länger gedauert hat als vereinbart – das entspricht nicht unserem Anspruch. Gerne möchten wir das mit Ihnen persönlich klären. Sie erreichen mich direkt unter 041 000 00 00.

Wichtig: Nenne in deinen Antworten nie persönliche Daten wie Auftragsdetails, Adressen oder Gesundheitsinformationen deiner Kunden. Deine Antworten sind öffentlich.

Unfaire oder gefälschte Bewertungen melden

Manchmal tauchen Bewertungen auf, die offensichtlich nicht von Kunden stammen, beleidigend sind oder gegen die Richtlinien verstossen. Solche Bewertungen kannst du in deinem Profil bei Google melden. Google prüft sie dann anhand der eigenen Richtlinien. Eine Bewertung, die dir einfach nicht gefällt, wird aber nicht entfernt – dann ist eine gute, sachliche Antwort die beste Reaktion.

Bewertungen wirken am stärksten zusammen mit einem gut gepflegten Profil. Wie du das einrichtest, liest du in unserer Anleitung zum Google-Unternehmensprofil.

Häufige Fragen

Darf ich Kunden einen Rabatt für eine Google-Bewertung geben?

Nein. Google verbietet jede Gegenleistung für Bewertungen, also auch Rabatte, Gutscheine, Geschenke oder Geld. Solche Bewertungen können entfernt werden.

Darf ich einen QR-Code für Bewertungen verwenden?

Ja. Ein QR-Code oder Link zum Bewertungsformular ist erlaubt, zum Beispiel auf Rechnungen, Visitenkarten oder am Empfang – solange du niemanden unter Druck setzt und alle Kunden gleich fragst.

Soll ich auf negative Bewertungen antworten?

Ja, unbedingt. Eine sachliche, freundliche Antwort zeigt zukünftigen Kunden, dass du Kritik ernst nimmst. Nenne dabei keine persönlichen Daten.

Kann ich schlechte Bewertungen löschen lassen?

Nur wenn sie gegen die Richtlinien von Google verstossen, etwa bei Beleidigungen oder gefälschten Bewertungen. Solche Bewertungen kannst du melden. Ehrliche Kritik bleibt stehen.

Geschrieben von Richi, Digital VisionAIR – Webagentur für KMU in der Zentralschweiz. Stand: 25. September 2026.

Mehr Bewertungen, ohne Regeln zu brechen?

In unserem Standard-Paket unterstützen wir dich beim Sammeln von Google-Bewertungen – mit Link, QR-Code und Vorlagen, die zu deinem Betrieb passen.

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